Edith Stein Kapelle

Gottesdienste

Während des ganzen Jahres findet die Feier der Heiligen Messe von Mo-Fr um 19.00 Uhr statt.

Aktuelle Informationen über Anbetung, Beichte und Gebetszeiten finden sich an der Anschlagtafel im Foyer vor der Kapelle.

Geschichte

Im Juli 1958 wurde vom Universitätsseelsorger Msgr. Dr. Karl Strobl dem jungen Architekten Ottokar Uhl der Auftrag erteilt, seinen Entwurf für die Studentenkapelle in der Ebendorferstraße in Wien zu verwirklichen. Für den Bauherren war die gesamtpolitische Konstellation 1956-58 ein wesentlicher Aspekt in den Überlegungen, besonders der blutig beendete Aufstand in Ungarn. Nur 50-60 km vom „Eisernen Vorhang" entfernt sollte das Haus und der Kapellenraum eine Versammlungsmöglichkeit für junge Menschen sein. Haus und Kapelle sollten Armut und den Willen zum Dienst ausstrahlen.
Der frühere Lagerraum wurde zu einer einfachen Kapelle umgestaltet. Bewusst wurde der Raum in seiner ursprünglichen Kargheit belassen, besonders die Decke und die Betonstützen. Als Fußboden dient ein Asphaltboden, der ein sichtbares Zeichen der urbanen Umwelt ist. Der Messaltar ist ein einfacher Lärchentisch. An die Stirnwand wurde ein ausdrucksstarkes barockes Kruzifix aus der Untersteiermark so niedrig gehängt, dass es immer in Zusammenhang mit dem Altar gesehen werden muss. Die Leuchter aus Eisen stehen neben dem Altar auf dem Boden, können aber auch anderswo platziert werden.
Beim Eintritt in die Kapelle wird der Besucher durch die vielleicht ungewohnte Leere des Raumes zum Wesentlichen geführt. Hier gibt es keinen anderen Trost als Jesus, den Gekreuzigten; in seinem Gesicht sind Leid und Liebe von Jahrhunderten zusammengefasst.

Edith Stein

Die Kapelle wurde im Oktober 1993 dem Schutz der Hl. Edith Stein anvertraut. Sie stammte aus jüdischem Haus, war promovierte Philosophin, Konvertitin und später Karmelitin. Am 9. August 1942 wurde sie von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Ihr Lebenszeugnis und ihr Martyrium ist eines der klarsten Zeugnisse für das Kreuz in diesem Jahrhundert. In der Kapelle ergeht diese Botschaft an uns. Auch in Hinterhöfen kann das Samenkorn reifen.

Beichtzimmer

Der australische Künstler David Rastas realisierte 2013 ein Projekt, das einen innovativen Zugang zum Sakrament der Versöhung eröffnet. Er kleidete das Beichtzimmer der Kapelle mit Bienenwachs aus. Seine "Bee-theology" erläutert, dass der Mensch durch die Begegnung mit Christus wie die Biene durch die Rückkehr in den Stock erneuert und verjüngt wird; der in der Wabe abgelagerte Nektar dient als Nahrung und schenkt Leben, dies bewirkt auch der Aufenthalt im Raum der Neuwerdung durch die Lossprechung. Der entstandene Raum eignet sich nicht nur für die sakramentale Beichte, sondern er will ein Ort sein, der auch während des Tages zu Meditation und geistlicher Lesung einlädt.