Das Amt des Bischofs lässt sich am besten als ein vielseitiger Dienst am Glauben und an den Menschen verstehen. Das Zweite Vatikanische Konzil beschreibt ihn als „Künder und Hüter des Glaubens“. Damit ist gemeint: Der Bischof verkündet das Evangelium nicht nur, sondern bewahrt auch die Lehre der Kirche und sorgt dafür, dass sie authentisch weitergegeben wird.
Der Auftrag des Bischofs
Sein Auftrag geht weit über die reine Lehre hinaus. Der Bischof ist „Menschenfischer“ und Glaubensdiener. Er sucht die Nähe zu den Menschen, begleitet sie in unterschiedlichen Lebenssituationen und hilft ihnen, ihren Glauben zu vertiefen. Dabei steht er nicht über den Gläubigen, sondern mitten unter ihnen.
Sein Dienst ist geprägt von Aufmerksamkeit, Zuhören und Verantwortung. Gerade darin zeigt sich, dass das Bischofsamt kein Machtamt, sondern ein Dienstamt ist. Eine besondere Rolle nimmt der Bischof auch im geistlichen Leben seines Bistums ein. Er wird oft als „erster Beter“ bezeichnet. Das bedeutet, dass er die Anliegen der Menschen vor Gott trägt und durch sein eigenes Glaubensleben Orientierung gibt. Sein Gebet ist kein privater Rückzug, sondern Teil seines Dienstes für die Gemeinschaft.


